Workshop 3e: Krummhörner

Nicht nur, dass Krummhörner aussehen wie kleine Spazierstöcke, man sagt auch, dass ihr Klang für ungeübte Ohren im ersten Moment ein wenig an einen quakenden Enten-Chor Krummhorn & Blockflöteerinnert! Ob dieser Gedanke den Menschen im 15. und 16. Jahrhundert auch gekommen wäre? Möglich, aber sie hätten es als ganz normal und wohlklingend empfunden, dass es in der Musik auch mal quakt und schnarrt. Diese Klänge waren fester Bestandteil des musikalischen Alltags, ob in der Stadt, in der Kirche oder an den Königshöfen. Davon zeugen schnarrige Register in Orgeln, Instrumente wie das Regal (*) und eben auch Windkapselinstrumente wie das Krummhorn. Ob es uns in dem Workshop gelingt, unsere Hörgewohnheiten kurz zu vergessen und unsere Ohren in den Renaissance-Modus zu versetzen?

CrumhornsFür das Krummhorn muss man keinen speziellen Ansatz lernen, wie es beispielsweise bei Oboe, Fagott oder Trompete der Fall wäre. Man bläst in eine sogenannte Windkapsel, in welcher das tonerzeugende Doppelrohrblatt steckt. Die Griffe ähneln denen auf der Blockflöte. Klingt zu einfach? Keine Sorge, sehr viel anspruchsvoller wird es sofort dann, wenn es um saubere Intonation und gleichmäßige Tonführung geht. Der Anblasdruck ist, verglichen mit der Blockflöte, relativ hoch, man braucht etwas Kraft, eine gute Atemtechnik und ein gutes Gehör, um jeden einzelnen Ton kontrolliert zu führen.

Krummhorn spielen ist somit nicht nur eine Reise in ungewohnte Klangwelten, sondern auch das optimale Intonations- und Atemtraining für alle Bläser. Ausserdem macht es Spaß – mindestens ein Lachanfall in der ersten Unterrichtsstunde wird garantiert!

Dozentin: Monika Fischalek