Instrumente

Historische Instrumente

Was sind eigentlich historische Musikinstrumente?

Zink-Musik2Historische Musikinstrumente sind entweder Instrumente, die über einen längeren Zeitraum in der Musikgeschichte nicht gespielt und erst im 20. Jahrhundert wiederentdeckt wurden, wie zum Beispiel ZinkBlockflöteLauteCembalo oder Viola da Gamba.

Oder aber, es sind Instrumente, die sich von ihren modernen Varianten durch Unterschiede im Bau auszeichnen, wie Geigen, Celli, Querflöten, Oboen, oder Fagotte.

GambeDas heißt allerdings nicht, dass historische Instrumente unbedingt alt sein müssen, Im Gegenteil, gerade in Konzerten mit alter Musik hört man oft viele Instrumente die noch recht neu sind – sie sind in der Regel Nachbauten historischer Vorlagen. Das hat verschiedene Gründe. Vor allem nagt natürlich der Zahn der Zeit auch an Instrumenten – viel zu wenige sind erhalten, als dass jeder Musiker eines spielen könnte.

BarockposauneBei Geigen oder Celli sind zwar recht viele Instrumente erhalten, aber nicht in der Form, in der sie gebaut wurden. Man hat sie in der Regel im 19. Jahrhundert dem veränderten Geschmack angepasst. Um sie in den ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen, müsste man sie erneut umbauen.

Worin unterscheiden sich die zeitgenössischen  von den historischen Instrumenten?

Krummhorn & BlockflöteDie technische Weiterentwicklung und der veränderte Zeitgeschmack hat also einst “moderne Instrumente” zu “historischen Instrumenten” werden lassen.

renaissancelauteNun ist es aber nicht so, dass die Instrumente im Laufe der Zeit durch die neuen technischen Möglichkeiten nur immer besser geworden wären.

Vielmehr führen Veränderungen wie die Verwendung von Stahl- statt Darmsaiten, von mechanischen Klappen anstelle von Grifflöchern, von anderen Mensuren usw., zu dem Ergebnis, dass sich der Klang der Instrumente grundlegend verändert.

Warum ist es sinnvoll “Alte Musik” mit historischen Instrumenten zu spielen?

Rosa Canellas Schloss Arf_webMit der Verwendung historischer Instrumente in Verbindung mit historischer Spielweise ist es möglich dem erwünschten Klang der Komponisten ein wenig näher kommen und damit die Klangwelt der entsprechenden Jahrhunderte erfahrbar zu machen.

DSC_8617Außerdem, indem man Musik auf dem Instrument spielt, für das es einst komponiert wurde, wird in der Ausführung vieles einfacher und logischer.

Und wie das in der Entwicklung auch ist: Instrumente, die sich dem neuen Zeitgeschmack nicht anpassen konnten, sind einfach ausgestorben.

Ein Beispiel ist hier der Zink, der im 18. Jahrhundert ausgestorben ist und von der Oboe verdrängt wurde!

DSC_9307_webWenn man den wundervollen trompetenartigen, aber weichen Klang des Instruments hört, fragt man sich schon, warum? Einer der Gründe ist, dass man auf dem Zink, anders als auf einer Oboe, nur wenige Tonarten sauber spielen kann; und auf die Verwendbarkeit eines Instruments für alle Tonarten legte man seit dem 18. Jahrhundert gesteigerten Wert.

DSC_8680Die Posaune dagegen vermochte sich den veränderten Klangvorstellungen immer wieder anzupassen, und so sie ist in veränderter Bauform nicht nur als essenzielles Orchesterinstrument, sondern auch im Posaunenchor und im Jazz erhalten geblieben.

Und was mache ich, wenn ich gerne ein historisches Instrument ausprobieren würde, aber keines zur Verfügung habe?

In einem gewissen Rahmen stehen auch Leihinstrumente zur Verfügung, die kostenfrei während der Festivalphase genutzt werden können.

Sollte unser Instrumentenpool dennoch nicht ausreichen, so unterstützen und vermitteln wir bei der Bereitstellung zusätzlicher Instrumente. In Einzelfällen, nach vorheriger Rücksprache, können hier dann Kosten für Leihinstrumente anfallen. Hierzu ist es wichtig, dass aus eurem Rückmeldebogen deutlich hervorgeht, über welche Instrumente ihr verfügt und welches Instrument ihr gerne leihen würdet.

DSC_8600Die Instrumente werden von der Landesmusikakademie NRW, einigen Musikschulen, dem Verein Focus Alte Musik.NRW und dankenswerterweise auch von einigen privaten Unterstützern zur Verfügung gestellt.